Die Warenkorbanalyse, kurz WKA, liefert wertvolle Erkenntnisse über den Rücklauf von Elektronikaltgeräten (EAG) in der Schweiz.
Die Daten sind eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Swico-Recyclingsystems, für statistische Auswertungen, die Berechnung der vorgezogenen Recyclinggebühr sowie für die Optimierung von Recyclingprozessen.
Seit rund zehn Jahren führt reco im Auftrag von Swico Warenkorbanalysen durch. Adrian Tonner, Geschäftsführer von reco, hat für Swico die 10 wichtigsten Fragen beantwortet.
Es geht darum, den Rücklauf von Elektronikaltgeräten möglichst genau zu erfassen und zu verstehen. Wir wollen wissen, welche Geräte entsorgt werden, in welchen Mengen sie zurückkommen, in welchem Zustand sie sich befinden und wie sich der Warenkorb über die Zeit verändert.
Dazu werden Daten über die angelieferten Geräte an Sammelstellen und bei Zerlegebetrieben systematisch erhoben. Die WKA zeigt nicht nur, was im Swico-System zurückkommt, sondern auch, wie sich Konsumverhalten, Gerätekategorien und Rücklaufstrukturen über die Jahre entwickeln.
Unsere mobilen WKA-Teams sind in der ganzen Schweiz unterwegs und erfassen Elektronikaltgeräte direkt vor Ort. Pro Jahr werden rund 3’000 bis 4’000 Tonnen Elektronikaltgeräte analysiert. Das entspricht ungefähr 300’000 Einzelgeräten und rund 5 bis 10 Prozent des gesamten Warenstroms.
Jedes Gerät wird einzeln gewogen und digital erfasst. Dabei werden unter anderem Gerätetyp, Marke, Gewicht und Zustand dokumentiert. Die Geräte werden in über 60 verschiedene Gerätetypen eingeteilt. Zusätzlich wird beurteilt, ob ein Gerät vollständig, bereits zerlegt, offensichtlich defekt oder möglicherweise beraubt ist, also ob wertvolle Bauteile entfernt wurden.
Die WKA liefert Swico eine breite und gleichzeitig sehr detaillierte Übersicht über den Rücklauf von Elektronikaltgeräten. Besonders wertvoll ist, dass die Daten seit vielen Jahren nach einer einheitlichen Methodik erhoben werden. Dadurch lassen sich Entwicklungen und Trends zuverlässig erkennen.
Beispielsweise wird sichtbar, wie sich der Anteil bestimmter Gerätekategorien verändert, welche Geräte zunehmend oder weniger häufig zurückkommen und ob sich regionale Unterschiede zeigen. Auch der Zustand der zurückgegebenen Geräte kann ausgewertet werden. Das ist wichtig, um Aussagen über Wiederverwendung, Refurbishment, Materialwert oder Beraubung treffen zu können.
Die WKA-Daten fliessen zudem in weitere Grundlagenarbeiten ein, etwa in Statistiken, in das Indexmodell, in Recyclingverträge und in die Berechnung der vorgezogenen Recyclinggebühr.
Swico kann die Entwicklung des Warenstroms datenbasiert verfolgen. Das ermöglicht eine laufende Optimierung des Recyclingsystems. Die Ergebnisse helfen zudem, die Wertigkeit der zurückgenommenen Geräte besser einzuschätzen und Recyclingstrategien weiterzuentwickeln.
Ein Warenkorb umfasst eine grosse Vielfalt an Elektronikaltgeräten. Dazu gehören beispielsweise Fernsehgeräte, PC-Monitore, Drucker, Kopierer, Modems, Radios, Mobiltelefone, Notebooks, Computer, Kabel und viele weitere Geräte.
Gerade diese Vielfalt macht die WKA so wertvoll. Sie zeigt nicht nur Mengen, sondern auch Strukturen und Veränderungen innerhalb des Warenstroms.
Der Warenstrom hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. So sind Röhrenbildschirme, die früher einen grossen Anteil ausmachten, heute praktisch verschwunden. Gleichzeitig haben Flachbildschirme, Notebooks und mobile Geräte an Bedeutung gewonnen.
Viele Geräte sind heute leichter, kompakter und anders aufgebaut als früher. Das wirkt sich direkt auf die Logistik, die Materialzusammensetzung und die Recyclingprozesse aus.
Regionale Unterschiede sind tatsächlich erkennbar. In ländlichen Regionen finden sich zum Teil andere Warenkörbe als in städtischen Gebieten. So kommen in gewissen Regionen eher ältere Geräte zurück, während in urbanen Gebieten der Rücklauf stärker von neueren Gerätekategorien geprägt sein kann.
Auch sprachregionale oder strukturelle Unterschiede können sichtbar werden. Entscheidend ist: Die WKA ermöglicht es, solche Unterschiede nicht nur zu vermuten, sondern anhand von Daten zu belegen.
Nein, im Gegenteil. Die WKA wird durch spezialisierte reco-Teams durchgeführt, die mit dem notwendigen Equipment in der ganzen Schweiz unterwegs sind. Eine typische WKA-Gruppe besteht aus zwei bis vier Mitarbeitenden und arbeitet mit einem digitalen Erfassungstool, Waage und Eingabegerät.
Die Termine werden im Voraus mit den Sammelstellen oder Zerlegebetrieben abgestimmt. Vor Ort arbeitet das Team selbständig und nach klar definierten Vorgaben. Die Mitarbeitenden der Sammelstelle müssen die Erhebung nicht selbst durchführen.
Für die Sammelstellen entsteht dadurch nur ein sehr geringer organisatorischer Aufwand. Gleichzeitig erhalten sie eine Entschädigung für die Teilnahme und auf Wunsch auch eine Auswertung der erhobenen Daten.
Das WKA-Team kommt zum vereinbarten Termin zur Sammelstelle oder zum Zerlegebetrieb und richtet den Arbeitsplatz ein. Anschliessend werden die Elektronikaltgeräte aus den Palettenrahmen entnommen, einzeln gewogen, digital erfasst und nach der Erhebung wieder in bereitstehende Gebinde gelegt.
Die Erfassung erfolgt manuell und sehr sorgfältig. Jedes Gerät wird nach den definierten Kriterien beurteilt und dokumentiert. Je nach Menge ist das Team mehrere Stunden vor Ort.
Ein zusätzlicher praktischer Nutzen entsteht dadurch, dass die Gebinde beim Umschlagen oft besser befüllt werden. Dadurch können höhere Palettengewichte erreicht werden, was wiederum die Transportlogistik verbessern kann.
Nach Abschluss der Arbeiten wird der Arbeitsplatz sauber hinterlassen. Die Sammelstelle erhält die vereinbarte Entschädigung und auf Wunsch eine Statistik über die erhobenen Geräte.
Ja, absolut. Swico erhält wichtige Daten aus allen Regionen der Schweiz und kann das Recyclingsystem auf einer soliden Datengrundlage weiterentwickeln.
Für die Sammelstellen ist die Teilnahme unkompliziert. Sie müssen die Erhebung nicht selbst durchführen, haben nur einen geringen Aufwand, erhalten eine Entschädigung und können zusätzlich von einer Auswertung ihrer Warenkorbdaten profitieren.
Damit ist die WKA ein gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten profitieren: Swico, die Sammelstellen, die Zerlegebetriebe und letztlich das gesamte Schweizer Recyclingsystem für Elektronikaltgeräte.
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