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«Wir schenken Batterien grosse Beachtung»

geschrieben_von

Lovey Wymann

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Auf den Sammelstellen ist der Umgang mit Batterien immer wieder ein heisses Thema – buchstäblich. Marlies Kägi erzählt, wie sie auf ihrer Sammelstelle in Aadorf damit umgeht.

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Marlies Kägi, wie gehen Sie konkret mit Batterien um?

Marlies Kägi: Wir haben verschiedene kleine, übersichtlich beschriftete Kunststoffgebinde aufgestellt, in die unsere Kundinnen und Kunden Batterien legen können. Die Gebinde werden von unseren Mitarbeitenden mehrmals täglich kontrolliert, und die Batterien regelmässig in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter umgeleert. Dabei achten wir bewusst darauf, immer ein paar Batterien in den Gebinden zu belassen: So sehen die Kundinnen und Kunden auf einen Blick, was wohin gehört.

Treffen Sie spezielle Vorsichtsmassnahmen – und wie sehen diese aus?

Seit Eröffnung unserer Sammelstelle schenken wir Batterien grosse Beachtung. Die Idee mit den verschiedenen Gebinden entstand deshalb relativ früh. Um  allen Mitarbeitenden die Gefährlichkeit falsch behandelter Batterien näherzubringen, haben wir vor Jahren im Rahmen eines Weiterbildungsanlasses eine Lithiumpolymerbatterie zum Brennen gebracht. So konnten wir sichtbar und erlebbar machen, wie begrenzt die möglichen Brandlöschmethoden in diesem Fall sind – und wie wichtig es deshalb ist, die entsprechenden Verhaltensmassnahmen konsequent einzuhalten. Dieses halbstündige Feuerwerk hallt bis heute nach und hat bei allen grossen Respekt sowie ein starkes Gefühl persönlicher Verantwortung hinterlassen.

Gab es bei Ihnen dennoch schon Brände – und falls ja: Wie sieht das Schutzdispositiv für diesen Fall aus?

Glücklicherweise noch nicht – und wir hoffen, dass es so bleibt. Wir haben die üblichen Löschmittel griffbereit in der Nähe. Vorsorglich werden angelieferte Abfallsäcke vor den Augen der Kundinnen und Kunden aufgeschlitzt und per Sichtkontrolle auf allfällige Batterien oder batteriebetriebene Geräte geprüft. Wenn solche Geräte oder Batterien zum Vorschein kommen, sensibilisieren wir die Kundinnen und Kunden entsprechend.

Wie gehen Sie mit Knopfzellenbatterien um?

Diese werden von den Kundinnen und Kunden ebenfalls separat in Kunststoffgebinden abgegeben. Anschliessend kleben wir sie auf Klebeband, bevor sie in die feuerfesten Gebinde mit Vermiculit gelegt werden. Dieses Material gehört zur höchsten Brandschutzklasse und hat die Fähigkeit, Hitze zu isolieren und die Ausbreitung von Feuer zu verlangsamen.

Batterien auf Klebeband in feuerfeste Gebinde mit Vermiculit.

Und wie funktioniert das mit den immer häufiger fest eingebauten Batterien?

Die Geräte werden bereits bei der Abgabe auf mögliche Blähungen oder Beschädigungen kontrolliert. Wird etwas Verdächtiges bemerkt, versuchen wir, die Batterie zu entfernen und entsprechend in den feuerfesten Gebinden zu lagern. Wo das nicht möglich ist, wird das ganze Gerät feuerfest gelagert.

Haben Sie aus Ihrer Erfahrung heraus einen Rat für Sammelstellen?

Grundsätzlich gilt: Die Brandgefahr muss anerkannt und ernst genommen werden – und zwar nicht nur in der Theorie. Organisiert provozierte Brände sind ein eindrückliches Instrument, um die Sensibilität der Mitarbeitenden zu schärfen.
Das System mit kleinen Gebinden hat sich bei uns als präventive Massnahme bewährt. Es sorgt bei Kundinnen und Kunden ebenso wie bei uns auf der Sammelstelle für Übersicht und grössere Sicherheit – auch wenn nie alle Gefahren ausgeschlossen werden können. Eine rigorose Kontrolle verschlossener Abfallsäcke, bevor sie in Pressen oder andere Transportgebinde weitergegeben werden, gehört unserer Meinung nach ebenfalls zwingend zum Standardprozedere.

Gibt es etwas, womit Swico Sie beziehungsweise die Sammelstellen generell unterstützen kann?

Ein kurzer Film, der auf den richtigen Umgang mit Batterien und die damit verbundenen lauernden Gefahren aufmerksam macht, wäre wünschenswert. Jede Sammelstelle könnte ihn auf ihrer Webseite publizieren – für Kundinnen und Kunden, aber auch für neue Mitarbeitende.

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