Innovation durch Zusammenarbeit – die Digitalwirtschaft macht's vor
Zusammenarbeit zwischen kleinen und grossen Unternehmen macht die Wirtschaft nicht nur erfolgreich, sondern fördert auch Innovation. Das zeigt eine Studie für den Kanton Zürich. Der Digitalbranche kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu.
KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – das lernen wir schon in der Schule. Doch dieser Satz greift zu kurz. Denn: Es ist die Zusammenarbeit, die unsere Wirtschaft stark macht. Erfolgreich wird die Schweizer Wirtschaft insbesondere durch das Zusammenspiel von kleinen, mittleren und grossen Unternehmen.
Die Zahlen zu dieser These liefert das aktuelle Zürcher Wirtschaftsmonitoring , das die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons publiziert. Dort heisst es: «Zwar sind 99 % aller Unternehmen KMU, doch die wenigen Grossunternehmen stellen 39 % der Arbeitsplätze und erwirtschaften 42 % der Wertschöpfung.»
It’s the Netzwerk, stupid!
In der Studie mit dem Spezialthema «Das Ökosystem der Zürcher Wirtschaft» wird zudem deutlich: Die «Grossen» leisten mehr als die Hälfte der Gewinnsteuereinnahmen des Kantons – doch die KMU tragen massgeblich zu diesem Erfolg bei: als Kundinnen und Kunden, Zulieferer und Innovationspartner.
Wirtschaftlicher Erfolg entsteht in der Schweiz und insbesondere im Kanton Zürich also nicht isoliert, sondern im Netzwerk. Unternehmen arbeiten eng zusammen, teilen Wissen und treiben nicht zuletzt Innovation gemeinsam voran. «Fast zwei Drittel ihres Umsatzes erzielen Unternehmen aller Grössen mit anderen Unternehmen, indem sie sich gegenseitig Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Grossunternehmen und KMU sind hierbei eng miteinander verflochten», heisst es weiter im Wirtschaftsmonitor. Internationale Grossunternehmen sind trotz globaler Wertschöpfungsketten in hohem Mass auf regionale Innovations- und Zuliefernetzwerke angewiesen.
ICT-Branche als Motor des Systems
Wie dieses Modell funktioniert, zeigt die ICT-Branche im Kanton Zürich exemplarisch. «Mittlerweile arbeitet eine von zwölf beschäftigten Personen in dieser Branche», heisst es in der Volkswirtschaftsstudie. Die Branche lebt von der Verbindung unterschiedlicher Akteure und Funktionen. Zentral ist dabei das Innovationsnetzwerk, insbesondere mit den international renommierten Hochschulen.
Zwar sind 99% aller Unternehmen im Kanton Zürich kleine und mittlere Unternehmen (KMU), doch die wenigen Grossunternehmen stellen 39% der Arbeitsplätze und erwirtschaften 42% der Wertschöpfung (BIP).
Zudem profitieren alle Bereiche von der Dynamik unter Arbeitnehmenden und dem Talenttransfer, welche dieses System ermöglichen: Von der Hochschule gehen Absolventinnen und Absolventen nicht selten zu Grossunternehmen, von dort gelangen diese Arbeitskräfte in die KMU oder in Start-ups. Innovation entsteht im Zusammenspiel: Hochschulen liefern Wissen und Talente, Unternehmen entwickeln und skalieren Technologien, KMU und Start-ups bringen spezialisierte Lösungen in den Markt. Die ICT-Branche wird so selbst zum Katalysator – sie verbindet, integriert und beschleunigt Innovation über Branchen hinweg.
Kein Selbstläufer
Was für den wirtschaftsstärksten Kanton gilt, gilt für die ganze Schweiz: Neun von zehn Unternehmen der Digitalbranche sind innovativ und fördern Innovation in allen anderen Wirtschaftszweigen. Das zeigt die . Sie wurde im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) durchgeführt und unter anderem von Swico unterstützt (Link).
Gleichzeitig macht die Innovationsstudie deutlich: Dieses Erfolgsmodell ist kein Selbstläufer – der Innovationsvorsprung der Schweizer Digitalwirtschaft steht unter Druck. Damals wie heute fordert Swico deshalb operative Verbesserungen und administrative Entlastungen bei der Innovationsförderung, bessere Rahmenbedingungen für die Start-up-Finanzierung sowie eine technologieoffene, international anschlussfähige und praxistaugliche Regulierung. Soll die Digitalisierung in der Schweiz weiter gestärkt werden, müssen diese Rahmenbedingungen konsequent verbessert werden.